Siemens Gamesa: Flügellahmer Windradbauer

Preisdruck und wegbrechende Märkte: Die börsennotierte Windkrafttochter von Siemens schockiert ihre Anleger mit einer Gewinnwarnung. Die Aktie von Siemens Gamesa bricht deutlich ein. Besserung ist nicht in Sicht.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern brach auf 211 Millionen Euro ein. Das ist ein Minus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Siemens Gamesa leidet aktuell wie fast alle Konzerne des Sektors unter den Verwerfungen am internationalen Windenergiemarkt. Rund um den Globus werden die Förderungen für Ökostrom gekappt. Die erfolgsverwöhnten Anbieter müssen sich auf einmal im Wettbewerb um die Höhe der Vergütungen streiten. Die Umstellung von staatlich garantierten Einspeisesystemen auf Auktionen, in denen nur noch derjenige den Zuschlag bekommt, der den geringsten Preis bietet, setzt der Branche enorm zu.

Der Konkurrenzkampf ist unerbittlich, der Preisdruck extrem hoch. Die Folge: Nach Jahren des Wachstums und der Rekordergebnisse steuert die Windkraftindustrie auf eine herbe Flaute zu. Die Unternehmen reagieren mit Stellenabbau. Siemens Gamesa streicht von seinen 27.000 Arbeitsplätzen rund 600 Stellen. Bei dem Hamburger Konkurrenten Nordex müssen europaweit bis zu 500 Mitarbeiter gehen. Und bei Senvion, dem zweiten große Windkraftkonzern in der Hansestadt, wurden dieses Jahr bereits 660 Vollzeitstellen eingespart.
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