Angela Merkel – Gelnhausen: “Wir brauchen erneuerbare Energien”

Pfiffe, Buh-Rufe und Trillerpfeifen: Bei einem Wahlkampfauftritt in Hessen hat Kanzlerin Merkel viel Gegenwind zu spüren bekommen.

Nur wurde der freundliche Beifall überlagert von anhaltenden, gellenden Pfiffen, Ratschen, Rasseln und Buh- oder „Lüge“-Rufen. Auf der einen Seite schrien sich AfD-Anhänger mit „Hau ab“ und „Merkel muss weg“ die Kehle wund, auf der anderen protestierten Windkraftgegner vom Dachverband Gegenwind MKK/Naturpark Spessart. Manche Demonstranten regten sich über Zuwanderung auf, andere über Waffenlieferungen: Der prall gefüllte Obermarkt war regelrecht in die Zange genommen von Protestlärm.

Doch Merkel kann mit solchen Situationen umgehen. Unmutsäußerungen gehörten in einer Demokratie dazu, sagte sie nonchalant, und dass „ein bisschen Zuhören manchmal auch nicht schlecht ist.” Nur blieb sie jenen, die tatsächlich zuhörten, konkrete Ansagen doch weithin schuldig. Beispiel Windkraft: Den rund 100 demonstrierenden Windkraftgegnern versicherte die Kanzlerin ihr „vollstes Verständnis“ dafür, dass Windräder nicht überall und ohne Rücksicht auf Verluste aufgestellt werden könnten. Schließlich sei sie aus Mecklenburg-Vorpommern, und dort werde besonders viel Windkraft produziert. Aber für eine gute und zukunftsfähige Energieversorgung brauche es nun mal erneuerbare Quellen. „Wir sind dafür da, Menschen und zukunftsfähige Energie zusammenzuhalten, das ist CDU pur“, so Merkel. Doch wie geht das, dieses Zusammenhalten? Konkreter wurde sie an dieser Stelle nicht.

Kanzlerin macht widersprüchliche Aussagen zwischen der “Super Illu” und der Rede in Gelnhausen:

Während in den Medien und im Internet gerade die Nachricht die Runde machte, dass sich Merkel in einem Interview mit der „Super Illu“ für ein Aus der Verbrennungsmotoren ausgesprochen hatte, war davon in Gelnhausen keine Rede. Im Gegenteil sagte Merkel, Deutschland brauche den „modernen, sauberen“ Diesel, weil sonst die Klimaziele nicht haltbar seien.
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Unter folgendem Link kann eine Zusammenstellung von Presseberichten und Fotos zur Demo vom 14.08.2017 abgerufen werden: