Milan gegen Windrad

Ein mit GPS-Sender versehener Roter Milan ist unter einem Windrad bei Berghülen aufgefunden worden.
Der Rote Milan mit der Ringnummer 504 96 ist in seinem Leben vier Mal nach Spanien und zurück geflogen. Dank eines GPS-Senders konnten Experten den 2000 Kilometer weiten Weg des Greifvogels in die Extremadura verfolgen. Jetzt fliegt er nicht mehr. Reste des Kadavers lagen unter einer Windkraftanlage bei Berghülen. Den Körper hat wohl ein Fuchs mitgenommen.
Funde Die Staatliche Vogelschutzwarte im Landesamt für Umwelt Brandenburg führt eine zentrale Fundkartei über Vogelverluste an Windenergieanlagen in Deutschland. Angeführt wird sie vom Mäusebussard, von dem bis einschließlich 2017 genau 514 verendete Exemplare gemeldet wurden. An zweiter Stelle steht der Rote Milan mit 398 toten Tieren. In der Statistik folgen die Stockente (185), die Ringeltaube (171), die Lachmöwe (170) und der Mauersegler (147).

Dunkelziffer Ausdrücklich weist das Landesamt darauf hin, dass die Zahlen nicht das Ausmaß des Problems verdeutlichen, denn viele Fälle werden nicht gemeldet oder gar nicht bemerkt. Die am Boden liegenden Kadaver verschwinden rasch. „Es ist bekannt, dass die Füchse das machen“, sagt Marion Gschweng.