DAV: Ein Jahr Kolumne “Die Energiefrage”

Was hat sich bisher getan? Das EEG 2017 hat endlich statt eines ungezügelten Ausbaus von bestimmten Kraftwerken einen Ausbaukorridor definiert. Die ersten Auktionen um Solar- und Windkraftwerke haben zu einem deutlichen Preisverfall bei den geleisteten Einspeisetarifen geführt. Beides geht volkswirtschaftlich in die richtige Richtung und zeigt auf, dass das EEG nach der Wahl gestrichen werden kann. Wir haben aber in unserer Kolumne gezeigt, dass die Nutzung von Umgebungsenergie selten in der Lage ist, den Einsatz chemischer Energieträger wie Kohle, Öl und Gas nachhaltig zu senken. Wir benötigen also weiteres Umdenken.

Einerseits liest man heute viel mehr kritische Artikel zur ‚Energiewende’. FDP und AfD haben sich recht deutlich für einen notwendigen Neustart in der Energiepolitik positioniert. In der CDU gibt es vor allem in der zweiten Reihe eine deutliche Frustration über die derzeitige Energiepolitik. Unter den reichweitenstarken Medien hat sich vor allem die WELT darin hervorgetan, neuere Erkenntnisse in energiepolitische Artikel einfließen zu lassen, und in der FAZ gibt es dazu immerhin ein breiteres Meinungsbild als noch vor einem Jahr.

Andererseits verfallen auch führende Energiepolitiker heute immer noch in Denkweisen, mit denen die ‚Energiewende’ (die keine ist) einst gerechtfertigt wurde und die längst durch die Fakten widerlegt sind. Bei den meisten Journalisten sind die alten Denkmuster noch nicht überwunden, und in der Bevölkerung ist die Zustimmung zum weiteren Ausbau der Nutzung von Umgebungsenergie zwar deutlich gesunken, dass mit den eingeschlagenen Wegen aber vor allem die Biosphäre leidet, ist zu einer Mehrheit der Bevölkerung noch nicht durchgedrungen.

https://deutscherarbeitgeberverband.de/energiefrage/2017/2017_09_25_dav_aktuelles_energiefrage_35_energiefrage.html