Schriftstellerin Juli Zeh: „Windräder machen mich unglücklich“

Interview mit Juli Zeh zu ihrem neuen Roman Unterleuten

In Ihrem Roman „Unterleuten“ wird der Plan, in dem fiktiven Dorf einen Windpark zu bauen, heftig bekämpft.

Juli Zeh: Ich glaube, niemand auf der Welt will vor seinem Haus einen Windpark sehen. Das ist ein ernst zu nehmendes Problem. Wenn man eine Energieform als Lösung anbietet, die niemand in seiner Nähe haben will, und die nur gebaut werden kann, wenn man die Menschen mit viel Geld besticht, kann das nicht der Weg sein. Abgesehen davon, dass die Effizienz der Windräder infrage steht. In Deutschland sind das reine Subventionsprojekte, die sich nie selbst tragen. Hier in Ostdeutschland, wo ich wohne, gründen sich inzwischen sogar monothematische Parteien mit dem einzigen Ziel, die Windkraft zu verhindern.

Würden Sie gegen einen Windpark in Ihrer Nähe protestieren?

Juli Zeh: Klar, sofort. Ich nehme mich selbst gar nicht aus, das wäre heuchlerisch. Ich höre immer wieder Umweltaktivisten, die behaupten, sie fänden Windräder vor ihrem Fenster schön. Das halte ich für eine Lüge. Die sind nicht schön und da draufzuschauen macht unglücklich. Nicht nur die Ästhetik, auch die Drehbewegung raubt einem den Verstand.

Download (PDF, 119KB)

http://diepresse.com/home/politik/eu/5034446/Windraeder-machen-mich-unglucklich

Der große Gesellschaftsroman
von Juli Zeh

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf Unterleuten irgendwo in Brandenburg. Als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden.

Mehr erfahren: http://www.unterleuten.de/