Zukunftspakt für die Windenergie oder die geplatzte Blase?

Ministerpräsident Stephan Weil hat am Mittwoch (13.11.2019) gemeinsam mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Umweltminister Olaf Lies sowie dem Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, ein ausführliches Gespräch mit Enercon Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig geführt.

Die Energieministerinnen und -minister von zehn Bundesländern haben sich unterdessen mit einem Brief zum Thema “Zukunftsindustrie Windkraft im Land halten, Erneuerbaren-Ausbau-Ziele erreichen” an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, gewandt. Darin fordern die Landesministerinnen und -minister Altmaier auf, die vorgesehenen Abstandsregelungen für Windenergieanlagen vollständig zurückzunehmen. Doch es gibt auch Kritiker, wie den Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) der das Vorhaben der Bundesregierung, den Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnsiedlungen ab fünf Häusern auf 1000 Meter festzulegen, begrüßt.

Wie sich Anwohner fühlen, die von Windenergieanlagen umgeben sind, schildert  Christiane B.. Sie meint, “Marktwirtschaft heißt aber, wer nicht kostengünstig anbieten kann, verliert Aufträge, irgendwann musste die Blase ja platzen”.

Gegenwind zur Windenergie ist nicht „bigott“, sondern Notwehr

Betrifft: Kommentar von Stefan Bergmann (Chefredakteur Emder Zeitung), zur Enercon-Krise, Ausgabe vom 11. November: „Ein bigottes Land“.
 https://www.emderzeitung.de/meinung_artikel,-enercon-entlassungen-ein-bigottes-land-_arid,2041740.html

Der Kommentar von Stefan Bergmann sollte nicht unwidersprochen bleiben. „Ein bigottes“, also heuchlerisches Land, stand in seinem Kommentar. Er macht auch die für die Enercon-Entlassungen verantwortlich, „die in Deutschland nichts mehr akzeptieren, alles ablehnen, mit ihrem übergroßen Ego gegen alles anrennen, was sie auch nur im geringsten in ihrer wohlig-naiven Befindlichkeit stört, Hochspannungsleitungen, Windkraftanlagen, Fortschrittsverweigerern und egomanische Angsthasen...Willkommen im Mittelalter“. Steht der Pressemann auf Enercons Gehaltsliste? Sein Kommentar ist bösartig.

Wir, die Unterzeichnerinnen, leben keineswegs im „Mittelalter“, sondern hier und jetzt. Wir haben herausgefunden, welche unsäglichen Verbindungen zwischen Windkraftprojektierern und Kommunalpolitikern in unserer Region bestehen. ( ARD: Exclusiv im Ersten - Der Kampf um die Windräder, ab Minute 05:38 https://www.youtube.com/watch?v=t8S8wTm101I und hier https://www.wattenrat.de/2016/05/15/im-nest-der-windenergie-samtgemeinde-holtriem-in-westerholtlk-wittmund-kluengel-und-filz-laesst-windkraftanlagen-spriessen/

„Volksvertreter“, die Flächennutzungspläne für Windkraftflächen per Handaufheben zur Verfügung stellten und hinterher auch als Kommanditisten der Windkraftfirmen von der Abstimmung profitierten. Nur darum sieht diese Landschaft jetzt so aus, wegen des guten „Klimas“ auf den Betreiberkonten, mit Unterstützung durch willfährige Politiker.

Hat es sich bisher nicht herumgesprochen, dass die Windindustrie nur durch die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gewachsen ist, eine versteckte steuerneutrale Subvention, die alle Stromkunden zusätzlich zu ihren Stromkosten zahlen müssen? Nur mit dieser garantierten Einspeisevergütung, bezahlt von allen Stromkunden, rollt der üppige Euro für die Windmüller und die Hersteller der Anlagen. Der EEG-Umlagebetrag beläuft sich inzwischen auf mehr als 27 Milliarden Euro (!) pro Jahr.

Ist bekannt, dass die Windenergie nur Strom ins Netz einspeisen kann, wenn der Wind ausreichend weht und dass Kohle- und Atomkraftwerke immer noch das Rückgrat der verlässlichen Stromversorgung sind? Aber die sollen in diesem Wunderland Deutschland für die Windkraft abgeschaltet werden, dann kommt der notwendige Strom eben noch teurer aus den Nachbarländern, wenn er denn kommt. Das nennt sich „Energiewende“. Seit 2017 muss sich durch geänderte Ausschreibungsbedingungen auch Enercon am Markt behaupten.

Marktwirtschaft heißt aber, wer nicht kostengünstig anbieten kann, verliert Aufträge, irgendwann musste die Blase ja platzen.

„Unsere“ Lobbypolitiker wie Olaf Lies (SPD), Stefan Weil (SPD), Johann Saathoff (SPD) oder Bernd Althusmann (CDU) machen sich zum Sprachrohr von Enercon, „Staatsbürgschaften“ stehen im Raum. Soll nun auf Deubel komm raus jeder Quadratkilometer im Lande (staatlich garantiert?) mit Enercon-Anlagen zugebaut werden, bis wir alle in oder an Windparks wohnen müssen? Dafür sollen schon Gesetze geändert werden. In welcher windigen Bananenrepublik leben wir eigentlich? Inzwischen wehren sich mehr als eintausend Bürgerinitiativen, gut informiert und zum großen Teil im Verein „Vernunftkraft“ organisiert, gegen die Zerstörung der Landschaft mit derzeit mehr als 30 000 Anlagen in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass der Gegenwind gegen den ideologischen Strom-Irrsinn noch stärker wird. Das ist nicht „bigott“, sondern Notwehr.

Christiane B. und Kerstin H.

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