Windkraft am “Stillfüssel”: Mit der Harmonie zwischen Gegner und Polizei ist es vorbei

Am “Stillfüssel” bei Wald-Michelbach wurde das Fundament für die erste von fünf Windkraftanlagen gegossen – aus 700 Kubikmeter Beton, die in 90 Transporten an Ort und Stelle gebracht wurden. Die BI wollte gemeinsam mit ihren Mitstreitern von “Gegenwind Ulfenbachtal” einmal mehr gegen den aus ihrer Sicht rechtswidrig genehmigten Windpark demonstrieren – es war ihr inzwischen 41. öffentlicher Protest.

Doch erst ließ sie die Polizei nicht auf der geplanten Route laufen. Dann standen den Windkraftgegnern starke Polizeikräfte gegenüber. Und später, als schon alles vorbei war, wurde ein Demonstrant von Polizisten verletzt. So schildert es Bergfeld, der dabei war und die Demo organisiert hatte. Dass im Vorfeld auch noch der Staatsschutz und die Kripo an seiner Haustür klingelten, war selbst für Bergfeld eine neue Erfahrung.

Hintergrund


Kein Baustopp trotz Eilantrag

Der Vorsitzende des Naturschutzverbandes "Initiative Hoher Odenwald" (IHO), Michael Hahl aus Waldbrunn, beklagt, dass die Arbeiten an den Fundamenten für die Windkraftanlagen am "Stillfüssel" bei Wald-Michelbach unvermindert weitergehen, obwohl dem Verwaltungsgericht in Darmstadt ein Eilantrag der IHO vorliegt, über den bislang nicht entschieden worden sei. Zumindest habe er erwartet, so Hahl, dass das Gericht einen Baustopp verhängt, um die von der Initiative vorgebrachten Einwände in Ruhe prüfen zu können.

"Wir vermuten", erläuterte Hahl im Gespräch mit der RNZ, "dass es im Planungs- und Genehmigungsprozess zum ’Stillfüssel’ erhebliche Verstöße und Defizite gegeben haben kann." Er bezieht sich dabei vor allem auf das EU-Artenschutzrecht und die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Bau des Windparks.

Zwar könne es durchaus passieren, dass dem Eilantrag in erster Instanz nicht stattgegeben werde: "Aber wir haben das eigentlich detailliert gefiltert", so der IHO-Vorsitzende. Er ist überzeugt von der "substanziellen und schlüssigen Argumentation" und fürchtet, dass durch die Bauarbeiten unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden. So sieht es auch Udo Bergfeld von der Bürgerinitiative "Gegenwind Siedelsbrunn".

Gestern sicherte die Polizei erneut die Bauarbeiten am "Stillfüssel" und zog damit die Kritik der Windkraftgegner auf sich. Diese sprachen von einer "Besetzung" Wald-Michelbachs durch ein massives Polizeiaufgebot: "Dabei war noch nicht mal eine Demonstration angemeldet", hieß es von Seiten der Initiative "Rettet den Odenwald". (cab)

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